»Mein Dank an Freud« (Essays zur Psychoanalyse 1913-1933)

Werkedition Bd. 4 (Aufsätze und Essays Bd.4)

»Es ist gewiß nicht oft vorgekommen, daß ich eine psychoanalytische Arbeit bewundert habe, anstatt sie zu kritisieren. Das muß ich diesmal tun«, schreibt Sigmund Freud an Lou Andreas-Salomé, obwohl sie ihm in »Mein Dank an Freud« subtil, aber unerschütterlich widerspricht, wenn ihre kritische Haltung das fordert.

Lou Andreas-Salomés Texte zur Psychoanalyse, Schwerpunkt ihres Schaffens während der letzten 25 Jahre ihres Lebens, sind eine Fundgrube für ihre außergewöhnlichen Gedanken und ihren aufsehenerregenden Umgang mit dem Werk Freuds. Sie bieten ihr stets den Anlaß für eigene theoretische Ausbuchstabierungen. Insbesondere wegen dieser engen Verknüpfung sind ihre Texte eine Herausforderung, ihr sowohl in ihrer Auseinandersetzung mit Freud zu folgen als auch ihre weiterführenden, oft philosophisch untergründeten Gedanken nachzuvollziehen. Manche ihrer Ideen, z.B. zum Narzißmus, zur Weiblichkeit und zum Unbewußten werden dem Leser auch aus der gegenwärtigen psychoanalytischen Literatur bekannt vorkommen.
Hervorzuheben sind Lou Andreas-Salomés Verständnis analytischen Arbeitens und ihre uneingeschränkte Bereitschaft, sich auf die Begegnung im Unbewußten des analytischen Prozesses einzulassen mit »... tiefster intimster Einfühlung und kältester Anwendung des Verstandes.«
Der Band versammelt alle psychoanalytischen Schriften der Autorin – einschließlich wichtiger Einträge aus dem Arbeitsjournal und den Tagebüchern.

E-Books

Sämtliche Essays dieses Bands sind als PDF-E-Books (mit Erläuterungen) und ein Teil davon als EPUB-E-Books (Textausgabe) erhältlich! (Siehe Shop)

Editorische Notiz

Diese Ausgabe enthält in ungekürzter Form alle psychoanalytischen Aufsätze und Essays von Lou Andreas-Salomé. Sie wurden so übernommen, wie sie in den angegebenen Quellen vorgefunden wurden. Zusätzlich wurden Texte aus dem Nachlaß aufgenommen. Für deren Überlassung danken wir dem Lou-Andreas-Salomé-Archiv, Frau Dorothee Pfeiffer. Sämtliche Texte entstanden zwischen 1911 und 1931.
Schreibweisen und Zeichensetzung wurden absichtlich beibehalten. Zur Vereinheitlichung wurden lediglich die Regeln der Rechtschreibreform von 1901 (th zu t, ss zu ß, c zu z, v zu w) auf die Texte angewendet. Identifizierbare Schreibfehler wurden stillschweigend korrigiert.
Im Arbeitsjournal kennzeichnet Lou Andreas-Salomé Zitate häufig mit »C« (diese wurden wie die übrigen Zitate in Anführungszeichen gesetzt), ihre eigenen Überlegungen dazu mit »NB« (Notabene) (ohne weitere Kennzeichnung).
Lou Andreas-Salomé schreibt handschriftlich Ubw (Unbewußtes), Bw (Bewußtsein), ps.a. (psychoanalytisch), Ps.a. (Psychoanalyse), Namen und Fremdwörter in lateinischen Buchstaben, ansonsten in deutscher Schrift.
Hervorhebungen im Text (Kursivdruck) entsprechen gesperrten bzw. kursiven Textstellen in der Erstveröffentlichung bzw. den Unterstreichungen in den Handschriften. Hervorhebungen der Herausgeberinnen in Zitaten sind als solche gekennzeichnet. Auslassungen durch die Herausgeberinnen sind mit [...] gekennzeichnet, die der Autoren mit ...

Rezension

Karla Lessmann: Rezension von Lou Andreas Salomé: »Mein Dank an Freud«. Aufsätze und Essays, Bd. 4: Psychoanalyse, hg. von B. Rempp und I. Weber. Taching a. See (MedienEdition Welsch) 2012, 393 Seiten. 26,80 Euro. In: Luzifer-Amor. Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, 27 (2014), Heft 53, S. 183-184
(zum PDF-Volltext mit Dank an den Verlag)

Übersetzungen

Mein Dank an Freud

(ital.) Il mio ringraziamento a Freud. Tre lettere a un fanciullo, Bollati Boringhieri 2006

(engl.) My Thanks to Freud; Open letter to Professor Freud on his 75th birthday; trad. William Needham, Wien: Internationaler Psychoanalytischer Verlag 1931 (Digitalisat)

(ital.) L'erotismo: l'umano come donna; Milano: La tartaruga, 1985 Mein Dank an Freud + Drei Briefe an einen Knaben: Il mio ringraziamento a Freud e Tre lettere a un fanciullo, Torino: P. Boringhieri, 1984, trad. di Maria Anna Massimello

(franz.) Lettre ouverte à Freud, trad. Dominique Miermont, Paris: Lieu Commun 1983 

Zum Typus Weib

(ital.) La rivolta dell'eros-Sull'amore e il tipo di donna, LIBRI 2012

(span.) El Narcisismo como doble direccion. Obras psicoanaliticas, trad. Gustavo Dessal & Guillermo D. Koop, Barcelona: Tusquets 1982, ISBN 84-7223-603-x (enthält auch: Von frühem Gottesdienst, Zum Typus Weib, Anal und Sexual, Psychosexualität, Des Dichters Erleben, Zum 6. Mai 1926, Was daraus folgt, daß es nicht die Frau gewesen ist, die den Vater erschlagen hat, Der Kranke hat immer recht)

Anal und Sexual

(ital.) Anale e sessuale, E altri scritti psicoanalitici, ES 2013

(ital.) Anal und Sexual: Mimesis 2010

Narzißmus als Doppelrichtung

(franz.) L'Amour du Narcissisme, trad. Isabelle Hildenbrand, Paris: Gallimard 1980 

Psychoanalytische Schriften

(span.) El Narcisismo como doble direccion. Obras psicoanaliticas, trad. Gustavo Dessal & Guillermo D. Koop, Barcelona: Tusquets 1982, ISBN 84-7223-603-x (enthält auch: Von frühem Gottesdienst, Zum Typus Weib, Anal und Sexual, Psychosexualität, Des Dichters Erleben, Zum 6. Mai 1926, Was daraus folgt, daß es nicht die Frau gewesen ist, die den Vater erschlagen hat, Der Kranke hat immer recht)

(ital.) La materia erotica: scritti di psicoanalisi, Milano : Edizioni delle donne, 21979, Trad. di Jutta Prasse, Clara Morena, PsA

(ital.) Anal und sexual a altri scritti psicoanalitici, prefazione di cesare musatti, 128 p., Guaraldi 1977

Korrigenda

(zur aktuellen Ausgabe)

S. 44 Mitte:  …(weshalb die Kinderlose…)
S. 50 Mitte:  … bezüglich … Anallust, … Trotz und Geiz
S. 78 Mitte: … überlassen, das es in seiner Besonderheit
S. 146 Mitte: … Bedeutung ….am allerpersönlichsten Erfaßtsein des Künstlers
S. 156; 2. Abs. 4. Zeile: …. fand, der über den resignierten Seelen
S. 157; 6. Zeile v. u. : auf Exaktheit speziellster ….
S. 345; : zu: S. 162 … vorletzte Zeile: …  einer ordentlichen mit Sexualüberschätzung

Sollten Sie weitere Fehler finden, so freuen wir uns über Ihre Rückmeldung!

Frage an unsere Leser

Lou Andreas-Salomé zitiert in ihren Tagebuchnotizen "Die Büste" (ca. 1911) aus dem Beginn ihrer Beschäftigung mit der Psychoanalyse folgendes Gedicht, das wir bisland nicht identifizieren konnten:

Ich vergriff mich an Dir – ich wähnte Dich Stein
Ich tötete Dich – so sehr warst Du mein.

Wer weiß, aus welchem Gedicht und von welchem Dichter es stammt?
Der Gewinner erhält ein Exemplar der Essays zur Psychoanalyse (oder ein anderes aus unserer Edition) geschenkt!

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