Fenitschka. Eine Ausschweifung - Zwei Erzählungen (18989

Werkedition Bd. 16 (Literarisches Werk Bd. 9)

In ihren Novellen »Fenitschka« und »Eine Ausschweifung« fokussiert Lou Andreas-Salomé aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Positionierung zweier emanzipierter Frauen zur Zeit der Jahrhundertwende. Die promovierte Wissenschaftlerin Fenitschka und die erfolgreiche Künstlerin Adine sind keineswegs Werbefiguren der Frauenbewegung; sie regen viel eher zum Nachdenken darüber an, wie schwierig sich die Integration unabhängiger Frauen in eine Gesellschaft gestaltet, in der es für erfolgreiche Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen noch keine positiv besetzten Rollenvorbilder gibt. Die beiden Frauenfiguren erscheinen als Repräsentantinnen einer neuen Gattung, die vor der Herausforderung steht, sich zu behaupten. Ungeachtet ihrer Erfolge sind die nicht an einen Mann gebundenen Frauen beständig Gerüchten und Verleumdungen ausgesetzt, sodass sich ihre Unabhängigkeit als höchst ambivalent erweist. Zudem ist sie ein überaus fragiler Status, der mit einer Eheschließung abrupt enden würde.

Die Liebe zur Kunst und zur Wissenschaft erscheint in den Novellen als unverträglich mit der Liebe zum anderen Geschlecht. Folgerichtig werden weder strahlende Heldinnen der Frauenbewegung stilisiert, noch romantische oder glückliche Liebesbeziehungen inszeniert. Lou Andreas-Salomés Novellen sind literarische kunstvoll inszenierte und philosophisch akzentuierte Gesellschaftsstudien, die einen sachlichen und facettenreichen Einblick in das Seelenleben emanzipierter Frauen zur Zeit der Jahrhundertwende ermöglichen.

Editorische Notiz

In ihren Novellen »Fenitschka« und »Eine Ausschweifung« fokussiert Lou Andreas-Salomé aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Positionierung zweier emanzipierter Frauen zur Zeit der Jahrhundertwende. Die promovierte Wissenschaftlerin Fenitschka und die erfolgreiche Künstlerin Adine sind keineswegs Werbefiguren der Frauenbewegung; sie regen viel eher zum Nachdenken darüber an, wie schwierig sich die Integration unabhängiger Frauen in eine Gesellschaft gestaltet, in der es für erfolgreiche Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen noch keine positiv besetzten Rollenvorbilder gibt. Die beiden Frauenfiguren erscheinen als Repräsentantinnen einer neuen Gattung, die vor der Herausforderung steht, sich zu behaupten. Ungeachtet ihrer Erfolge sind die nicht an einen Mann gebundenen Frauen beständig Gerüchten und Verleumdungen ausgesetzt, sodass sich ihre Unabhängigkeit als höchst ambivalent erweist. Zudem ist sie ein überaus fragiler Status, der mit einer Eheschließung abrupt enden würde.

Die Liebe zur Kunst und zur Wissenschaft erscheint in den Novellen als unverträglich mit der Liebe zum anderen Geschlecht. Folgerichtig werden weder strahlende Heldinnen der Frauenbewegung stilisiert, noch romantische oder glückliche Liebesbeziehungen inszeniert. Lou Andreas-Salomés Novellen sind literarische kunstvoll inszenierte und philosophisch akzentuierte Gesellschaftsstudien, die einen sachlichen und facettenreichen Einblick in das Seelenleben emanzipierter Frauen zur Zeit der Jahrhundertwende ermöglichen.

Übersetzungen

(Französisch) Fénitchka: Une longue dissipation, trad. Nicole Casanova, Paris: Ed. des Femmes, 1985

(Italienisch) Fenička - Dissolutezza, trad. Alberto Scarponi, Roma: Lucarini, 1987

(Italienisch) Forze fragili, trad. Gabriella De Fino, Rovereto (TN): Nicolodi, 2004

(Spanisch) Fenitschka: una divagación; trad. de Angela Ackerman Pilári. Barcelona: Icaria, 1988

(Englisch) Fenitschka and Deviations: two novellas. Transl. Dorothee Einstein Krahn, Lanham; New York; London: Univ. Press of America, 1990

Ausgaben

1. Auflage           Cotta 1898          178 S.
2.-4. Tsd.             Cotta 1922          178 S.

Medien

Hörspiel: Interpreten: Gisela Zoch-Westphal, Sybille Canonica, Gert Westphal; Regie: Gert Westphal, Musik: Peter Zwetkoff, Bayerischer Rundfunk (Tonträger in DLA Marbach)

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